Fall des Jahres

Noch nie erlebt

Wenn ich nicht selbst dabeigewesen wäre so hätte ich die folgende Geschichte nicht geglaubt.

In einem aktuellen Versteigerungsfall im Ruhrgebiet hat sich folgendes zugetragen:

Versteigert wurde wegen einer Sicherungshypothek von ca. 40 000 EU bei einem Verkehrswert von 165000 Euro. Im ersten Termin wurde eine Mieteranmeldnung mit Verrechnung eines Baukostenzuschusses eingereicht, danach war das Objekt auf 99 Jahre vermietet. 

Die Mieteranmeldung machte die"Mieterin", die aus Liebe zu dem Hausbesitzer aus Spanien nach Deutschland zurückgekehrt war und dafür in Spanien Ihre Beteiligung an einer Finca für 30 000 Euro verkauft hatte.

Der Versteigerungssaal war bis auf den letzten Platz besetzt, das Interesse war gross, aber wegen der Mieteranmeldung bot niemand auf das Objekt.

Es wurden nur von einem türkischen Makler  25000 Euro geboten, um die Wertgrenzen zu fall zu bringen, der Rechtspfleger versagte deshalb natürlich den Zuschlag.

Der Hausbesitzer hatte im Vorfeld das Amtsgericht mit Eingaben und Drohbriefen aller Art bombardiert, er durfte den Saal nur in Begleitung von Wachtmeistern betreten; der Amtsgerichtsdirektor war persönlich anwesend, um sich über den Verlauf der Verhandlung zu informieren.

Dieser Termin verlief also ergebnislos, alle gingen wieder nach Hause.

Die eingeschaltete maklering bekam den auftrag das Objekt anzubieten, es fanden sich mehrere kaufinteressenten für ca 140 000 Euro, was dem Eigentümer jedoch zu wenig war. Er wollte nicht unter dem Verkehrswert verkaufen.

Er kümmerte sich jedoch auch nicht um die Abwendung des Verfahrens.

Es kam deshalb zum zweiten Termin. Im Vorfeld dieses Termins hatte der Hausbesitzer wieder das Gericht mit diversen Eingaben, Anträgen wie Beschwerden, höchtswahrscheinlich auch mit Drohungen  beschickt. Dem Hausbesitzer wurde das Betreten des Amtsgerichtes daher diesmal sofort per richterlichem Beschluss untersagt, er durfte nicht an dem Termin teilnehmen; er wartete im Beisein eines Wachtmeisters in der Gerichtskantine.

In diesem zweiten Termin kam der türkische Makler nicht, es bot eine jugoslawische Familie 65000 Euro, ein Italiener, der extra mit dem Flieger aus Italien angereist war, überbot dieses Gebot  schliesslich mit 70 000 Euro und blieb Meistbietender.

Diese Gebote erfolgten, obwohl der Rechtspfleger auch wieder die Mieteranmeldung verlesen hatte.

Der Zuschlag wurde wieder nicht erteilt, der Rechtspfleger bestimmte einen Zuschlagsverkündungstermin.

Inzwischen hatte sich der Italiener wegen der Mieteranmeldung erkundigt und offensichtlich grosse Bedenken bekommen.

Er beantragte dann im Zuschlagsverkündungstermin den Rücktritt von seinem Gebot, er lehnte sinngemäss den Zuschlag ab.

Der Rechtspfleger verkündete den Zuschlag nicht sondern verkündete nach einer Bedenkzeit einen weiteren Verkündungstermin für den 5.Januar 2006.

Der Italiener hatte die Schnauze endgültig voll, er hatte bereits seinen Rückflug gebucht und wollte nur noch seine geleistete Sicherheitsleistung von der Gerichtskasse wiederhaben und aus dem Verfahren aussteigen. Der Rechtspfleger konnte ihm diesen Wunsch allerdings nicht erfüllen.

Der Italiener bot sogar einer anwesenden Maklerin an, ihr den Zuschlag abzutreten.

Die Maklerin lehnte jedoch ab.

Im weiteren Verlauf hat der Italiener offensichtlich die Rechte aus dem Verfahren an einen weiteren Interessenten abgetreten, im Verkündungstermin im Januar erfolgte dann die Zuschlagserteilung an diese dritte Person.

Offensichtlich will diese dritte Person den Mieter mit seinem Mietvertrag mit 20 000 abfinden, so dass er das Haus  beziehen könnte, wenn ....

...da nicht der alte Eigentümer wäre, der jetzt immer noch tobt und nach wie vor damit droht das Objekt in die Luft zu sprengen.

Ende offen !

1 Kommentar zwangsversteigerung am 13.1.07 07:05, kommentieren

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